Die Kongregation konkretisiert dieses Anliegen dahingehend, dass sie alle Ansätze mit dem christlichen Glauben für unvereinbar erklärt, die die Fülle und Endgültigkeit der Offenbarung Jesu Christi verschleiern, sie beispielsweise als unvollkommen und ergänzungsbedürftig hinstellen. Dem gegenüber stellt die Erklärung klar: Jesus von Nazareth ist nicht nur eine historische Gestalt, die Göttliches geoffenbart hat, aber durch andere Heilsgestalten ergänzt werden müsste, Jesus Christus ist vielmehr das ewige Wort, das Mensch geworden ist, er ist der Mittler und Erlöser für alle Menschen. Es gibt nur die eine Heilsordnung des einen und dreifaltigen Gottes, die ein für alle Mal im Geheimnis von Menschwerdung, Tod und Auferstehung des Sohnes Gottes den Menschen mitgeteilt wird.
Auch andere Fragestellungen werden angesprochen, wie das Verhältnis zwischen dem Glauben an die geoffenbarte Wahrheit und den inneren Überzeugungen in anderen Religionen oder die Wertigkeit der heiligen Schriften in anderen Religionen im Verhältnis zu den inspirierten Schriften des Alten und des Neuen Testaments.
Welche Bedeutung religiöse Erfahrungen in anderen Religionen im Heilsplan Gottes haben und auf welche Weise die heilbringende Gnade Gottes den einzelnen Nichtchristen erreicht, darüber muss im Anschluss an die Aussagen des II. Vaticanum (vgl. dazu Lumen Gentium, 16; Gaudium et spes, 19-21; Ad gentes, 7 und die Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nicht christlichen Religionen "Nostra aetate") weiter nachgedacht und theologisch geforscht werden.
Die fehlende Einheit ist für alle eine Wunde. Dies gilt auch für die katholische Kirche. "Obgleich nämlich die katholische Kirche mit dem ganzen Reichtum der von Gott geoffenbarten Wahrheit und der Gnadenmittel beschenkt ist, ist es doch Tatsache, dass ihre Glieder nicht mit der entsprechenden Glut daraus leben, so dass das Antlitz der Kirche den von uns getrennten Brüdern (und Schwestern) und der ganzen Welt nicht recht aufleuchtet und das Wachstum des Reiches Gottes verzögert wird. Deshalb müssen alle Katholiken zur christlichen Vollkommenheit streben ... Auf diese Weise werden sie die wahre Katholizität und Apostolizität der Kirche immer vollständiger zum Ausdruck bringen – Auf der anderen Seite ist es notwendig, dass die Katholiken die wahrhaft christlichen Güter aus dem gemeinsamen Erbe mit Freude anerkennen und hochschätzen, die sich bei den von uns getrennten Brüdern (und Schwestern) finden ... Aber gerade die Spaltungen der Christen sind für die Kirche ein Hindernis, dass sie die ihr eigene Fülle der Katholizität in jenen Söhnen (und Töchtern) wirksam werden lässt, die ihr zwar durch die Taufe zugehören, aber von ihrer völligen Gemeinschaft getrennt sind. Ja, es wird dadurch auch für die Kirche selber schwieriger, die Fülle der Katholizität unter jedem Aspekt in der Wirklichkeit des Lebens auszuprägen." (Unitatis redintegratio, 4) Man sieht an dieser vielschichtigen Aussage des Konzils, wie man über diese schwierige Frage zu sprechen bemüht bleiben muss. Daher muss sich die theologische Forschung noch intensiver der weiteren Klärung dieser zentralen Frage zuwenden, die eng mit dem Problem der Kriterien der Einheit der Kirche verbunden ist.